Angela im WeinbergDas Weinjahr 2017 war in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. So titelt die Rheinzeitung am 02. November in ihrem Wirtschaftsteil: „Schlechteste Weinernte seit 50 Jahren – Winzer ernten weltweit historisch niedrige Mengen – Qualität des Bonsai-Jahrgangs 2017 ist hervorragend“

 Am 30. Oktober findet sich hingegen im Lokalteil der Rheinzeitung ein Artikel, der den Vegetationsverlauf des Jahres 2017 auch für unseren Betrieb gut wiederspiegelt. Deshalb im Folgenden Auszüge daraus:

 

„Moselweinverein: Jahrgang 2017 bricht Rekorde“

„Der Weinjahrgang 2017 im Anbaugebiet Mosel bricht laut der Erntebilanz des Moselweinvereins  zwei Rekorde: “Zum einen ist es die früheste Lese seit Menschengedenken, zum anderen fällt die Erntemenge so niedrig aus wie noch nie in den vergangenen fünf Jahrzehnten“. Qualitativ bietet der Jahrgang laut Angaben des Vereins dagegen das ganze Spektrum: von Einstiegsqualitäten bis hin zur Trockenbeerenauslese.

 

Das sagt der Moselweinverein:

Wie schon in den Jahren zuvor  machten extreme Wettererscheinungen die Hoffnung der Winzer auf einen „normalen“ Jahrgang zunichte. Während 2016 Dauer-regen im Frühjahr und Frühsommer sowie Hitze und Trockenheit im Hochsommer für eine relativ kleine Erntemenge sorgten, war es 2017 vor allem der extreme Spätfrost, der den Jahrgang prägte.“

 

Die Weichen für die kleine Ernte wurden schon sehr früh im Jahr gestellt. Der sehr warme März begünstigte die Entwicklung der Reben, die fast vier Wochen früher austrieben als im langjährigen Mittel. Dann kam der Spätfrost mit Temperaturen von bis zu minus 5 Grad, der viele Knospen und junge Triebe zerstörte.

 

Rasend schnell erfolgte dann die Traubenentwicklung. Der Juli brachte den lang ersehnten Regen, teilweise aber mit unerwünschten Nebenwirkungen wie Unwettern, Starkregen, Sturmböen und Hagel.“

 

Mosel im HerbstlichtAuch bei uns war die Gesamterntemenge im Vergleich zum Vorjahr knapp 19% niedriger. Der Minderertrag war dabei hauptsächlich auf Frostschäden beim Rivaner und Spätburgunder zurückzuführen. So fiel der Ertrag z. B. Beim Rivaner um 36% niedriger aus als im Vorjahr. Von Hagelschäden blieben wir Gott sei Dank verschont.

 

An vielen erfrorenen jungen Knospen trieben dann nachträglich Nebenknospen aus, deren Trauben dann bis hin zur Ernte in ihrer Entwicklung und Reife  hinterherhinkten. Dies machte gerade beim Spätburgunder eine arbeitsintensive selektive Lese erforderlich.

 

Die Weinlese startete dann bei uns mit dem Rivaner schon am 30. August (2016: 22. September) und endete mit dem Riesling am 06. Oktober (2016: 17. Oktober). 

 

Die Vergärung der Moste verlief in diesem Jahr problemlos. Gärstörungen waren  kein Thema. Während 2016 einige Weine noch an Weihnachten leise vor sich hin goren, war der Gärprozess in diesem Jahr schon Ende Oktober abgeschlossen.

 

Sehr erfreulich war 2017 die Traubenqualität. So lag das Gros der Mostgewichte zwischen 80 und 85°Oe, ideal also für hochwertige Kabinett und Qualitätsweine. Bei Mostgewichten zwischen 90 und 100°Oe dürfen sich die trockenen Weintrinker wieder auf eine „Alte Rebe“ und die Freunde milder Weine auf eine „Katharina“  freuen  -  die erste milde Auslese seit 2011.