Herbst im WeinlandDas Weinjahr 2016 hat uns Winzer ungewöhnlich stark gefordert. Die ganze Saison über blickten wir mit einer gewissen Besorgnis auf den heranrückenden Erntetermin. Am Ende sind wir dann doch noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen.

 

Was war geschehen?

Mit dem Austrieb und dem folgenden Wachstumsverlauf waren wir hier in Müden zunächst sehr zufrieden. Problematisch wurde es mit dem schwülwarmen Regenwetter im Mai. Schlagartig breitete sich falscher Mehltau in den Rebanlagen aus. 
Besonders betroffen waren bei uns der anfällige Riesling, während Rivaner und Spätburgunder dem Infektionsdruck standhielten.

 

Schnelles Handeln war jetzt gefordert. In den Neuanlagen, in denen Pflanzenschutz schnell und effektiv betrieben werden kann, war die Krankheit rasch im Griff.

 

In den von Handarbeit geprägten Altanlagen hingegen fehlte die entsprechende Schlagkraft, sodass hier schon vor der Blüte ganze Trauben befallen wurden und vertrockneten. Der Kampf gegen den falschen Mehltau bestimmte dann auch alle Sommerarbeiten, wobei eine luftige Traubenzone und regelmäßiger Pflanzenschutz das oberste Gebot waren.

 

Aussicht auf die MoselLuftig hängende Trauben sind vor Pilzbefall zwar besser geschützt, jedoch steigt die Gefahr von Sonnenbrand. Leider blieben wir während der heißen Juli– und Augusttage auch davon nicht verschont.

 

Das sonnige, trockene Wetter während der Traubenreife war indes ein Segen für uns Winzer. Es sorgte dafür, das wir bei trockenem Wetter vollreife, gesunde Trauben hoher Qualität bei allen drei Rebsorten ernten konnten.

 

Die Erntemenge stellte hingegen nur teilweise zufrieden. Während beim Spätburgunder und Rivaner die Erwartungen sogar übertroffen wurden,  bestätigten sich beim Riesling die geringen Ernteprognosen mit Einbußen um 40 %.

 

Um dem zukünftig entgegenzuwirken, werden wir in den nächsten Jahren verstärkt Riesling-Altanlagen durch Neuanpflanzungen ersetzen. Letztendlich herrscht aber nach beendeter Weinlese die Erleichterung darüber vor, das es insgesamt gesehen doch nicht so schlimm kam wie wir im Frühsommer noch befürchtet hatten. Weil beim Spätburgunder auch alle Junganlagen volle Erträge brachten, können wir Ihnen 2017 erstmals neben dem Rosé einen „weißen Burgunder“, einen Blanc de Noir anbieten.

Neben Rivaner und Spätburgunder-Rosé eine leckere Alternative für Ihren nächsten Sommerurlaub!